Jahresbericht der Feuerwehr VG Winnweiler 2018


Das vergangene Jahr war mit insgesamt 228 Einsätzen das bisher einsatzreichste in der Geschichte der Feuerwehr VG Winnweiler.

Ursächlich für diese hohe Einsatzzahl waren mehrere Faktoren. Neben der grundsätzlichen Zunahme von allgemeinen Hilfeleistungseinsätzen, schlug vor allem die hohe Anzahl von Flächenbränden mit 17 Einsätzen zu Buche. Diese fanden überwiegend in den sehr trockenen Sommermonaten statt. Mitunter aufgrund dieser Tatsache stieg auch erstmalig seit Jahren die Anzahl der Brandeinsätze auf insgesamt 47.

Zu denken gibt die Tatsache, dass fast alle Flächenbrände in Folge von fahrlässigem Umgang mit Feuer oder gar Brandstiftung entstanden.

Eine der kritischsten Flächenbrände war in Schweisweiler im August zu verzeichnen, bei dem 2 000 m² Grasfläche brannten und nur in letzter Minute der Übergriff auf den angrenzenden Nadelwald verhindert werden konnte.

Die Feuerwehr VG Winnweiler wurde darüber hinaus mehrfach zur Unterstützung bei der Bekämpfung von Flächen- und Waldbränden in die Verbandsgemeinden Göllheim, Otterbach-Otterberg und Rockenhausen gerufen.

Sehr hoch war im Jahre 2018 die Zahl der unwetterbedingten Einsätze. 61 Schadensereignisse wurden hier abgearbeitet. Besonders hervorzuheben ist der 11. Juni, an dem ein Einsatzverband der Feuerwehr VG Winnweiler, bestehend aus Fahrzeugen der Wehren Imsbach, Münchweiler und Winnweiler, im Stadtgebiet Kaiserslautern an insgesamt 37 Einsatzstellen nach extremen Starkregenfällen unterstützte. Aufgrund bereits bestehender Einsatzkonzepte konnten die Kräfte innerhalb weniger Minuten gesammelt und in Marsch gesetzt werden.  

Ebenso wurden Einheiten bei der Zusammenstellung eines Kontingentes für den Landkreis Birkenfeld gestellt, in dem Starkregenfälle zu katastrophenartigen Zuständen geführt hatten. Ein Einsatz war jedoch nicht mehr erforderlich.

Aber auch im eigenen Zuständigkeitsbereich waren Sturm – und Starkregenfälle zu verzeichnen. Wissenschaftliche Prognosen weisen eindeutig daraufhin, dass diese Einsatzszenarien auch weiterhin an Häufigkeit und Heftigkeit zunehmen werden. Diese Analyse ist auch Grundlage für die weitere Strategieplanung der Feuerwehr VG Winnweiler, um sich organisatorisch und technisch auf die Gegebenheiten angemessen vorzubereiten.

Hinsichtlich Gebäudebränden stachen der Brand zweier benachbarter Garagen in Winnweiler im Mai hervor, bei dem durch das Eingreifen der Feuerwehr ein Übergriff auf die angrenzenden Wohngebäude verhindert werden konnte.

Ebenso brannte im Ortskern Imsbach im September ein Gebäudeanbau. Auch hier konnte der Brand durch zielgerichteten Einsatz auf das vorgefundene Ausmaß beschränkt werden.

Neben Verkehrsunfällen bildeten Unterstützungseinsätze für den Rettungsdienst, überwiegend mit der Drehleiter, einen Schwerpunkt bei den Hilfeleistungseinsätzen.

Auf die Autobahn 63 fuhr die Feuerwehr Winnweiler insgesamt 15-mal, überwiegend zu Verkehrsunfällen, aber auch zu Flächen- und Fahrzeugbränden.

Im weiter zunehmenden Maße wird die Feuerwehr VG Winnweiler zu überörtlichen Einsätzen herangezogen. In der Summe 28 Anforderungen von anderen Feuerwehren waren zu bestreiten, zusätzlich zu den bereits aufgeführten Unwettereinsätzen im Stadtgebiet Kaiserslautern. Dazu zählten insbesondere Lagen bei denen der Einsatz der Drohne erforderlich war, beispielsweise bei Großbränden in Alsenz, Enkenbach oder Personensuchen in der VG Göllheim und in Hochspeyer. Ferner war aber auch zur Ölspurbeseitigung das Umweltlöschfahrzeug der Feuerwehr Winnweiler mit insgesamt 10 überörtlichen Einsätzen, vor allem in Kaiserslautern, oft gefordert. Ebenso wurden mehrfach Einsätze im Rahmen des Gefahrstoffzuges des Donnersbergkreises bestritten oder die Feuerwehr Enkenbach-Alsenborn, mitunter im Gewerbepark Sembach, unterstützt.

Die Qualität einer Feuerwehr definiert sich signifikant durch ihre Schnelligkeit. Die Feuerwehr der VG Winnweiler konnte in über 95 % der Fälle die durch rechtliche Vorgaben definierte Hilfsfrist von 8 Minuten in den relevanten Bereichen erfüllen. Auch wurden die notwendigen Einsatzstärken erreicht. Dies ist ein sehr guter Erreichungsgrad, welcher deutlich über den Landesvorgaben liegt.

Selbst unter Einbeziehung von Bereichen, welche von der sogenannten Hilfsfrist ausgenommen sind, wie beispielsweise abseits gelegenen Waldareale, konnte die Feuerwehr VG Winnweiler in etwa 80 % der Fälle unter der 8 Minutengrenze eingreifen.

Diese verdeutlicht, dass die Bevölkerung sich auf die schnelle und hochwertige Hilfe der Feuerwehr verlassen kann und ist auf eine konsequente Personalstrategie, welche auch tagsüber hinreichend Einsatzkräfte sichert, zurückzuführen.

Im Rahmen der Aus- und Fortbildung wurde neben dem normalen Übungsbetrieb mehrere Großübungen, u.a. im Wochenendgebiet Falkenstein, in der US-Installation Heuberg, der Jugendherberge Steinbach und im Wilhelm-Erb-Gymnasium Winnweiler durchgeführt.

Auch erfolgte eine Führungskräfteschulung in Kooperation mit der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern.

Im Bereich der Alarm- und Einsatzplanung wurde ein umfassendes Konzept für Szenarien des Ausfalls kritischer Infrastrukturen, insbesondere für einen flächendeckenden Stromausfall, erarbeitet. Dieses fand auch auf Landesebene entsprechende Beachtung und wird kontinuierlich fortentwickelt.

Das vergangene Jahr verdeutlichte nicht nur, dass die klimabedingten Schadenlagen umfassender werden, sondern auch allgemein, dass eine koordinierte Zusammenarbeit der Feuerwehren und Gefahrenabwehrbehörden über Gemeindegrenzen hinaus zukunftsweisend ist. Ebenso wurde deutlich, dass eine effektive Gefahrenabwehr nur durch eine fundierte Organisation, Ausbildung und Planung erzielt werden kann.

 

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