Einweihung Feuerwehrhaus – Übergabe Einsatzfahrzeuge


Autor: Bernd Riffel, Beigeordneter und Öffentlichkeitsreferent

Rudolf Jacob, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Winnweiler und kraft Amtes gleichzeitig Hausherr, hatte zur offiziellen Einweihung des Ende 2018 in Betrieb gegangenen neuen Feuerwehrhauses „An der Feuerwache“ 1 und der Übergabe zweier neuer Einsatzfahrzeuge eingeladen und mehr als 300 Bürgerinnen und Bürger, Offizielle aus allen Gemeinden der Verbandsgemeinde, vor allem aber zahlreiche Feuerwehrkameraden waren dem Ruf gerne gefolgt.

„Der eine oder andere unter Ihnen wird sich fragen, wieso die VG Winnweiler der Freiwilligen Feuerwehr Münchweiler ein neues Domizil gebaut und finanziert hat, wo diese doch auf dem ehemaligen Pfalzwerke-Areal ganz gut untergebracht war. Nun, zum einen wurde diese gesamte Fläche, deren Eigentümer die VG Winnweiler ist, an eine private Firma veräußert, sodass ein Auszug dort unumgänglich wurde. Zum anderen kam uns die Ortsgemeinde Münchweiler mit ihrem Ortsbürgermeister Christoph Stumpf an der Spitze mit dem Verkauf dieses zentral gelegenen Bauplatzes mit sehr günstigen Konditionen entgegen, wofür wir überaus dankbar sind. Insgesamt, wie es neudeutsch heißt, eine Win-win-Situation, also Vorteile für alle Beteiligten, die OG Münchweiler, die VG Winnweiler, natürlich die Freiwillige Feuerwehr und allen voran für die Bürgerinnen und Bürger“, so Jacob. Besonderen Dank richtete Jacob an die Wehrführung Münchweilers, die das Projekt durchgängig konstruktiv begleitet hat. Weiterhin an den zwischenzeitlich pensionierten Leiter des Bauamtes der VG Winnweiler, Gerd Haffner, der aufgrund eines personellen Engpasses bei der VG freiwillig, sofort und ehrenamtlich zahllose Stunden an der Planung und Umsetzung mitgearbeitet hat. Darüber hinaus übergab Jacob ein neues Mehrzweckfahrzeug MZF 1 im Wert von 84.000 Euro an die Feuerwehr Münchweiler. „Die Beschriftung auf den Türen fehlt noch. Aber ich denke, das bekommen wir auch noch hin. Insgesamt haben wir hier ein überaus gutes, sehr funktionales Ergebnis erzielt. Ich wünsche allzeit möglichst wenige Einsätze“, so Jacob, ebenfalls langjähriger freiwilliger Feuerwehrmann.

Landrat Rainer Guth stellte bei seinen Worten die Finanzierung und Beschaffung des neuen Feuerwehreinsatzfahrzeuges WLF (Wechselladerfahrzeug) des Kreises, welches bei der Stützpunktwehr Winnweiler stationiert sein wird, heraus. „Das war ganz großes Kino, was uns da gelungen ist. Das neue Wechselladerfahrzeug war sogar schon vor seiner heutigen offiziellen Indienststellung zweimal im Einsatz. Das sagt schon alles“, so Guths Meinung. Der Kreischef wünschte eine stets unfallfreie Fahrt mit den beiden neuen Einsatzfahrzeugen und warb gleichzeitig für möglichst zahlreichen Feuerwehrnachwuchs auf Kreis- und VG-Ebene, insbesondere aber in der örtlichen Kita „Arche Noah“ und der Astrid-Lindgren-Grundschule für die eigene Bambini- und Jugendfeuerwehr.

„Mich freut besonders, dass ich heute hier bereits zum zweiten Mal in meiner 20-jährigen Amtszeit als Ihr Ortsbürgermeister die Indienststellung eines Feuerwehrgerätehauses miterleben darf. Schon 2003 war ich dabei, als unsere Feuerwehr ihr damaliges Domizil bei den ehemaligen Pfalzwerken bezog. Die Gemeindevertreter und meine Wenigkeit haben das Projekt von Anfang an nach Kräften unterstützt. Schließlich profitieren wir ja zuallererst davon. Stumpf hob den zentralen Standort der neuen Wache in der Ortsmitte hervor – ein Plus für alle. „Ich bin sicher, wir haben hier ein Schmuckstück geschaffen – keine Frage. Besonders danken möchte ich unserer Jugendfeuerwehr, hier allen voran der seit vielen, vielen Jahren federführenden Angelika Königsamen. Unseren stets fleißig übenden Feuerwehrnachwuchs gibt es seit nunmehr 38 Jahren und aus ihm rekrutieren sich nach wie vor bis heute nahezu alle aktiven Feuerwehrfrauen und -männer. Sicherlich zuzmindest auf Kreisebene ein Alleinstellungsmerkmal“, so Stumpf. Abschließend übergab der Ortschef eine 100-Euro-Spende der Gemeinde an den örtlichen Feierwehrförderverein und wünschte allen Feuerwehrkammeraden – Stumpf ist seit über 30 Jahren Berufsfeuerwehrmann – immer eine gesunde Rückkehr von ihren oftmals gefahrvollen Einsätzen.

Der neue hauptamtliche Wehrleiter der VG Winnweiler, Christian Füllert, hob hervor, dass die Feuerwehr Münchweiler aufgrund ihrer Personalstärke und Ausrüstung in der gesamten VG Winnweiler zum Einsatz komme. „Ich bin sehr froh, dass Münchweiler nunmehr über ein so funktionales Gebäude und zwei moderne Einsatzfahrzeuge verfügt“, so Füllert. Seinen Dank richtete er an alle Beteiligten, die zum Gelingen dieses Unterfangens ihren Beitrag geleistet haben. „Die Feuerwehr Münchweiler ist jetzt aufgrund ihrer zentralen Unterbringung zwei bis drei Minuten schneller am Einsatzort als bisher, was im Ernstfall Leben, Gesundheit, Hab und Gut retten kann. Ein enormer Gewinn für die Bevölkerung“, stellte der Wehrleiter heraus.

In Vertretung des erkrankten Wehrführers Michael Appel hatte sein Stellvertreter Jens Königsamen die Begrüßung der Anwesenden übernommen. Die Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, Angela Scholz, überbrachte Glückwünsche. „Für Sie in allen Einsätzen stets ein gutes Gelingen!“, so der Wunsch Scholz`. Die Segnung des Gebäudes und der beiden Neufahrzeuge mit Weihwasser übernahm Joachim Vatter aus Gonbach als Vertreter der katholischen Kirchengemeinde “Heilig Kreuz” Winnweiler. „Ihnen, liebe Feuerwehrkameraden und -kameradinnen, gebe ich mit auf Ihren Weg, dass gerade bei der Bewältigung ihrer risikobehafteten Aufgaben verantwortliches Handeln unabdingbar ist und eine gute Ausbildung und ebenso gute Rahmenbedingungen unverzichtbar sind“, so Vatter. Im Rahmen eines von allen mit dem Kirchenmann gemeinsam gesprochenen Vaterunsers erbat dieser in mehreren Fürbitten für alle Feuerwehreinsatzkräfte jederzeit den Schutz des heiligen Sankt Florian.

Die längst überregional bekannten Betzemänncher hatten durch eine Reihe von Spenden aus den eigenen Reihen, aber gerade von Geschäftsleuten und von privater Seite aus etwa Münchweiler, Winnweiler, Kaiserslautern oder sogar aus Mainz die stattliche Summe von 1.000 Euro zusammengetragen. „Wir haben uns lange überlegt, wie wir den Betrag möglichst sinnvoll verwenden können. Gemeinsam haben wir entschieden, zweckgebunden 500 Euro an die First Responder-Gruppe Münchweiler und je 250 Euro an die Jugendfeuerwehr und den Feuerwehrförderverein Münchweiler zu spenden“, so Iris Milster und Volker Lommel, die stellvertretend für Verein, Vorstand und die zahlreichen weiteren Gönner die symbolischen überdimensionalen Schecks übergaben. „Wir werden für unsere Bambinis Kapuzenpullis kaufen“, so Angelika Königsamen von der Jugendfeuerwehr. Sohn und stellvertretender Wehrführer Jens Königsamen meinte, „wir brauchen immer irgendwelche Ausrüstung, da findet sich ganz bestimmt etwas Sinnvolles.“ Für die First Responder nahm Jochen Lunk den Scheck stolz entgegen. „Die Summe wird verwendet, um die Ausstattung unseres neuen Einsatzfahrzeugs weiter zu optimieren. Herzlichen Dank!“, so Lunk.

Im Anschluss an den mehr als einstündigen offiziellen Teil war Gelegenheit, bei angenehmem Frühlingswetter Gebäude und Fahrzeuge bei fachkundiger Unterweisung zu besichtigen, und bei dem einen oder anderen (Frei-)Getränk und einer schmackhaften Grillbratwurst zum zwanglosen Austausch.

Eckdaten des neuen Feuerwehrhauses:

  • Eigentümer ist die VG Winnweiler
  • Standort „An der Feuerwache“ 1 (zuvor „Zum Bornacker“)
  • geplante Baukosten 450.000 Euro (inkl. Grundstück)
  • tatsächliche Baukosten insgesamt 448.000 Euro (inkl. Grundstück)
  • Grundstückskaufpreis an die OG Münchweiler 60.000 Euro
  • Baukosten abzüglich aller Zuschüsse 110.000 Euro (ohne Grundstück)
  • Spatenstich März 2017
  • Grundstücksgröße 727 m²
  • Gebäudegrundfläche 201 m²
  • Fahrzeughalle für zwei Einsatzfahrzeuge (TSF-W und MZF 1)
  • Lager, Schulungsraum (33 m²), Teeküche, Umkleide/WC Damen/Herren
  • Außenanlage mit zwölf Pkw-Stellplätzen
  • Fertigstellung Herbst 2018
  • Indienststellung Dezember 2018
  • offizielle Einweihung Mai 2019

(Siehe auch „Die Rheinpfalz“, “Winnweiler Rundschau”, KW21)